Warum sich der Standort Etzel so gut für den Kavernenbau eignet

Hintergrundwissen

1. Die Voraussetzung: Salzstock in Etzel

Soltest im LaborDie Kavernenanlage Etzel in der Gemeinde Friedeburg liegt ca. 20 Kilometer südwestlich von Wilhelmshaven.

Der Standort Etzel eignet sich hervorragend für den Kavernenbau, da sich im Untergrund eine spezielle Salzlagerstätte befindet. Die mächtigen Salzschichten haben sich vor rund 240 Millionen Jahren gebildet und wurden später von Sedimenten überdeckt.

Blick auf das Salzstock-Modell von SüdwestenIm Bereich von Etzel hat sich daraus in geologischen Zeiträumen eine pilzförmige Struktur, ein sogenannter Salzstock, entwickelt. Wegen seiner Ausbildung und geografischen Lage ist der Salzstock Etzel für den Kavernenbau, d.h. für die Untergrundspeicherung von Erdöl und Erdgas in künstlich im Salzgestein angelegten Hohlräumen, hervorragend geeignet. In Deutschland wie auch in Europa gibt es kaum vergleichbar günstige Voraussetzungen für den Bau von Kavernen zur sicheren Speicherung von Energierohstoffen.

Auflösung von Salz beim SolenSalzgestein ist aufgrund seiner besonderen chemischen und physikalischen Eigenschaften ideal für den Kavernenbau geeignet: Salz lässt sich nur mit Wasser auflösen und ist aufgrund seiner Kristallstruktur fest und undurchlässig. Diese Materialeigenschaften machen die dauerhaft sichere Lagerung von Erdöl und Erdgas in tiefen Salzlagerstätten möglich.

In den Kavernen von Etzel werden ausschließlich Erdgas und Rohöl gelagert. Eine andere Nutzung ist bergrechtlich untersagt. Oberirdische Tanklager wären aus sicherheitstechnischen und ökologischen Gründen nicht akzeptabel, so dass es keine sinnvolle Alternative zu den Kavernen gibt.

2. Gute Anbindung: Nähe zur Nordsee und zum Hafen

Etzel-Bunde-PipelineDie Nähe zur Nordsee ermöglicht die Nutzung des Seewassers, das für das Ausspülen (Solen) der 300 - 500 Meter hohen und bis zu 60 Meter breiten Kavernen benötigt wird. Mit Pipelines wird es vom Jadebusen nach Etzel transportiert. 52 Kavernen wurden in den letzten 40 Jahren in einem Tiefenbereich von 900 bis 1700 Metern angelegt.

Gleichzeitig spielte die Nähe zum größten deutschen Umschlagplatz für Rohöl – dem Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven – eine bedeutsame Rolle für die Entscheidung, die Kavernenanlage am Standort Etzel anzusiedeln.

Seit Aufnahme des Kavernenbetriebs in die Etzel zu einem der größten Kavernenspeicher der Welt herangewachsen - bestens eingebunden in das nordeuropäische Pipelinenetz für Öl und Gas.

Voraussichtlich in 2011 wird ein weiteres wichtiges Infrastrukturprojekt mit Bezug zum Standort abgeschlossen: Die Bunde-Etzel-Pipeline. Diese verbindet auf über 60 km die Kavernenanlage mit dem Gasleitungsknoten in Bunde/Oude Statenzijl und damit mit dem niederländischen Gasmarkt.  

3. Sichere Lagerstätten

Der Salzstock in Etzel ist ca. 17 km lang und ca. 5 km breit und ragt von einer Tiefe von mehr als 4.000 Metern bis auf 750 Meter an die Erdoberfläche heran. Durch die Lage der Kavernen im Salzgestein und das mächtige Deckgebirge über dem Salzstock  wird die Stabilität der Erdoberfläche im Kavernenfeld über den Hohlräumen, die sich in mehr als einem Kilometer Tiefe befinden, nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt.

Seit Beginn des Kavernenbaus in Etzel im Jahr 1971 hat sich als Wirkung der Bergbauaktivitäten über dem Kavernenfeld eine sehr flache, mit bloßem Auge nicht erkennbare Mulde gebildet, die sich zu den Rändern so weit nivelliert, dass dort keine messbaren Auswirkungen mehr festgestellt werden. Außerdem bestehen Sicherheitsabstände zu Siedlungen und Gebäuden, so dass eine ernsthafte Beeinträchtigung durch den Bau und Betrieb der Kavernen nicht gegeben ist.

4. Umweltfreundlich und kostengünstig

Die Kavernenanlage in Etzel zählt zu den saubersten und umweltfreundlichstenSpeicheranlagen, da von ihnen so gut wie keine Schadstoffemissionen oder Lärmbelästigungen ausgehen. Der eigentliche Betrieb der Kavernen erfolgt zentral am bestehenden Standort Etzel. Auch von ihm gehen keine nennenswerten Umweltbeeinträchtigungen aus, da die Pumpen, Gasverdichteranlagen und die sonstigen Einrichtungen elektrisch betrieben werden. Die vorhandenen und geplanten Verdichteranlagen sind schallisoliert eingehaust, so dass es im Umfeld zu keiner Belästigung kommt.

Nicht der Betrieb, sondern der Bau der Anlagen kann lokal und temporär zu einer verstärkten Geräuschentwicklung führen, vor allem durch den erhöhten Baustellenverkehr. Die IVG ist stets bemüht, Beeinträchtigungen der Anwohner während der aktuellen Bauphase durch Abstands- und Verkehrsregelungen sowie Schallschutzeinrichtungen und Konzentration der Arbeiten auf akzeptable Tageszeiten
auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Weitere Informationen erhalten Sie von unserern Mitarbeitern in der Infobox des Kavernen-Informationszentrum Etzel.


Panoramaansicht des IVG Standorts Etzel

  • Natriumchlorid

    Salz, auch als Steinsalz bezeichnet, kommt in fester Form weltweit als Sedimentgestein vor.
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  • Kavernen-Informationszentrum Etzel

    Mitarbeiter vor Ort beantworten gern Ihre Fragen

    Infobox am Standort Etzel

    Beim Postweg 2, 26446 Friedeburg

    04465-977 93 39

    infozentrum-etzel@ivg.de

  • Energiedrehscheibe im Nordwesten

    Den Flyer "40 Jahre Kavernenanlage Etzel" erhalten Sie in der IVG Infobox am Standort Etzel.