Meist gestellte Fragen (FAQ)

Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl der meist gestellten Fragen zur Kavernenanlage Etzel. Diese Fragen und Antworten werden laufend erweitert.

Hier können Sie uns auch Ihre Fragen, Anregungen und Sorgen mitteilen. Schreiben Sie uns eine E-Mail. Sie wird von unseren Fachleuten vor Ort in Etzel (Gemeinde Friedeburg) zeitnah bearbeitet.

 

Bau von Kavernen

Wie groß ist der Salzstock in Etzel?

17 Kilometer lang, 5 Kilometer breit. Er ragt von ca. 4.000 Meter bis auf ca. 750 Meter an die Erdoberfläche heran. 

Wie viele Kavernen befinden sich zurzeit im Bau?

Es befinden sich ca. 25 Kavernen im Solprozess.

Wie groß ist eine Kaverne?

Ca. 60 Meter Durchmesser, 300 bis 500 Meter hoch, beginnend in einer Tiefe von ca. 1000 Meter. 

Was wird seitens der IVG getan, um Energie beim Kavernenbau und -betrieb effizient einzusetzen?

Die IVG Caverns GmbH hat mit dem zertifizierten Energiebericht 2010 die energierelevanten Abläufe der Betriebsanlagen analysiert. Die aus dem Bericht resultierenden Einzelmaßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs werden bereits in 2011 zu erheblichen Energieeinsparungen führen. Die Realisierung weiterer Maßnahmen ist bis 2012 geplant. Insgesamt sind damit Kostenminderungen beim Energieverbrauch von rund 15 Prozent erzielbar. Der Fokus der Untersuchungen lag unter anderem auf den elektrisch angetriebenen Pumpeneinheiten  als Hauptverbraucher am zentralen Betriebsplatz der IVG Kavernenanlage. Die hier eingesetzten Elektromotoren arbeiten bereits energieoptimiert mit einem Wirkungsgrad von über 95 Prozent. Weitere Einsparpotentiale können durch einen verfahrenstechnisch optimierten Einsatz der Pumpen im Solesystem gehoben werden.

Weiterhin beabsichtigt IVG Caverns die umfangreichen Beleuchtungssysteme durch den Einsatz moderner Leuchtmittel zu verbessern und durch intelligente Steuerungen bedarfsgerecht zu schalten. Der sorgsame Umgang mit Energie durch den Einsatz energieeffizienter Technik wird auch als Selbstverpflichtung in den allgemeinen Einkaufsrichtlinien der IVG Caverns dokumentiert.

Wie lange ist die Lebensdauer einer Kaverne?

Bis zu 100 Jahre. 

Was passiert mit den Kavernen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden?

Die Kavernen werden unter Aufsicht der Bergbehörde so stillgelegt, dass von ihnen keine Gefahr für Mensch, Natur und Umwelt ausgehen kann. D.h. die Kavernen werden mit Sole gefüllt, die Bohrung wird verschlossen, die Anlagen werden demontiert und das Gelände wird rekultiviert. 

Nutzung von Kavernen

Wie werden die Kavernen nach Fertigstellung genutzt?

Nutzung der Kavernen für Energiespeicherung (Öl- und Gas) für bis zu 100 Jahre. 

Gibt es aus heutiger Sicht alternative Nutzungsmöglichkeiten für Kavernen?

Die Kavernen in Etzel werden ausschließlich für die Lagerung von flüssigen und gasförmigen Kohlenwasserstoffen genutzt. Neben der Speicherung von Rohöl und Erdgas kann Energie auch in Form von Druckluft oder auch Wasserstoff (H2) in Kavernen gespeichert werden. Druckluft und Wasserstoff können z.B. mit Hilfe von regenerativen Energiequellen (Windkraft, Fotovoltaik/Elektrolyse) geliefert werden. 

Mit welchem Druck wird Erdgas in den Kavernen am Standort Etzel gespeichert?

Erdgas wird in den Kavernen am Standort Etzel mithilfe der obertägigen Gasverdichterstationen unserer Mieter bei einem Druck von bis zu 200 bar gespeichert. So kann eine große Menge Erdgas platzsparend eingelagert werden. Der Inhalt einer Gaskaverne entspricht dem von ca. 250 Gasometern, die bis in die 1960erJahre zur Gasspeicherung eingesetzt wurden.
 
Weitere Informationen zum Thema Gasspeicherung können Sie der Broschüre "Kavernenspeicher Etzel - Versorgungssicherheit für Erdgas und Erdöl" entnehmen, die wir Ihnen gerne in der Infobox am Standort Etzel zur Verfügung stellen.

Warum Speicherung von Erdgas in Salzkavernen?

Die Erdgasförderung und der Pipelinetransport aus den weit entfernten Erdgasfeldern erfolgt normalerweise kontinuierlich und damit nicht bedarfsgerecht, weil im Winterhalbjahr deutlich mehr Erdgas benötigt wird als im Sommerhalbjahr. Mit Hilfe der Kavernenspeicher können die Bedarfsspitzen im Winter, aber auch Versorgungsschwankungen oder gar -unterbrechungen  ausgeglichen werden.

Die Lagerung Gas in Kavernen, die in einer Tiefe von annähernd 1000 Metern beginnen, ist nicht nur in strategischer Hinsicht für eine kontinuierliche Energieversorgung wichtig. Mit dem Fassungsvermögen, das jeweils zwei Supertankern entspricht, haben sich die Kavernen von Etzel auch aus Sicherheits- und Kostengründen als ideal erwiesen.

Der für eine oberirdische Lagerung erforderliche Flächenverbrauch und die damit verbundenen Kosten sowie die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen für Tankbehälter entfallen komplett. Es gibt kaum eine sinnvolle Alternative zu den Kavernen.

Welche Auswirkungen hat die sich abzeichnende Energiewende auf die Vermietung von Kavernen?

Auch bei einem stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien im Energiemix können Kavernen als Großspeicher einen wertvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa leisten. Neben Druckluftspeicherung ist es perspektivisch ebenfalls denkbar, z.B. in Wasserstoff umgewandelten Strom aus Offshore-Windenergieanlagen vor der Küste Norddeutschlands in den Kavernen zu speichern.

Momentan konzentrieren wir uns auf die Fertigstellung bereits vermieteter Kavernen bis Mitte dieses Jahrzehnts. Erste Ideen für anschließende alternative Kavernennutzung werden mit der Energiebranche kontinuierlich diskutiert.  

Sicherheit beim Kavernenbau und -betrieb

Gibt es bezüglich Betriebssicherheit und Umweltschutz seitens der IVG Caverns GmbH eine Selbstverpflichtung?

Die IVG Caverns GmbH verpflichtet sich seit Jahren in ihren Health, Safety, Security & Environment (HSSE)-Grundsätzen zur Einhaltung aller nationalen und internationalen Vorschriften zu den Themen Arbeits- und Anlagensicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz.

Dazu hat das Unternehmen ein integriertes Managementsystem nach den Normen ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und SCC** (Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz) aufgebaut und erfolgreich zertifiziert.

Die HSSE-Grundsätze werden regelmäßig mittels Broschüren und wiederkehrenden Schulungen u.a. den Mitarbeitern und Dienstleistern vermittelt. In 2011 wurde die Broschüre, in der die HSSE-Grundsätze vorgestellt werden, neu gestaltet. Die Broschüren liegen bei IVG Caverns und in der Infobox des Kavernen-Informationszentrum Etzel aus.

Ziel ist es, durch Prävention Arbeitsunfälle, berufsbedingte Gesundheitsschäden, Anlagenstörungen und Umweltverschmutzung zu verhindern und die Geschäftstätigkeit nachhaltig zu betreiben. Die Geschäftsführung der IVG Caverns GmbH, die Führungskräfte und alle Mitarbeiter tragen bei der Umsetzung dieser Firmenpolitik persönlich Verantwortung.

Das Unternehmen sorgt dafür, dass alle beauftragten Kontraktoren und Dienstleister eine gleichwertige HSSE-Politik verfolgen. Die Einhaltung dieser Grundsätze stellt sicher, dass die IVG auch in Zukunft das Vertrauen der Geschäftspartner und der Öffentlichkeit genießt.
Um die Umsetzung der Grundsätze zu gewährleisten, hat sich die IVG Caverns GmbH u.a. dazu freiwillig verpflichtet,

  • im Sicherheitsmanagementsystem Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten klar zu definieren und das Managementsystem kontinuierlich weiterzuentwickeln
  • Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit, Objekt- und Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern und die Gleichwertigkeit mit allen anderen Unternehmenszielen sicherzustellen
  • alle anzuwendenden Gesetze einzuhalten und, wenn keine entsprechenden Vorschriften vorhanden sind,
    nach angemessenen Standards zu handeln
  • die Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Betriebsanlagen kontinuierlich zu überprüfen und weiterzuentwickeln.


Kavernenanlage Etzel

Wie viele Kavernen gibt es zurzeit in Etzel?

52 Kavernen: 23 für Erdöl, 29 für Erdgas.

Das Hohlraumvolumen beträgt insgesamt ca. 29 Mio. m³ (Stand April 2011).

Welche weiteren Infrastrukturprojekte werden am Standort Etzel derzeit realisiert?

Derzeit werden die Obertageanlagen von drei Betreibern gebaut (Fertigstellung ab 2012). Die Bunde-/Etzel-Pipeline (BEP) wurde in 2011 fertiggestellt.

Umweltbelastung / Beeinträchtigungen der Landschaft und der Bevölkerung

Was unternehmen Sie gegen den Baustellenverkehr?

Es wurden organisatorische Maßnahmen ergriffen, z. B. die Regelung des Baustellenverkehrs über ausgewiesene Straßen im Ortsbereich von Etzel, die Einrichtung von Tempolimits, sowie Reinigungs- und Kontrollmaßnahmen, das Herstellen von Baustraßen und Umgehungen, um den Verkehr aus dem Ort fernzuhalten.

Südlich von Etzel befindet sich ein Wasserschutz- und Entnahmegebiet. Wie wird sichergestellt, dass die Bohrungen nicht Schäden am Wasserhaushalt verursachen? Gibt es Erfahrungen?

Schäden am Wasserhaushalt sind nicht zu befürchten, weil die Kavernenbohrungen bis ins Salz mehrfach verrohrt und zum Deckgebirge zementiert sind. Die Stahlverrohrung ist druckfest und dicht ausgelegt, so dass das Lagermedium (Rohöl, Gas) nicht in Kontakt mit dem Gebirge und dem Grundwasser gelangen kann.
Die Integrität der Bohrungen wird durch Messungen im Bohrloch und durch Feldmessungen an Beobachtungsbrunnen überwacht. In fast 40 Jahren Kavernenbetrieb hat es keinerlei Auffälligkeiten gegeben.
 

Ist die Umwelt durch das Einleiten der Sole in die Jade beeinträchtigt?

Die Einleitung der Sole in die Nordsee bei Wilhelmshaven ist von der zuständigen Behörde (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie/LBEG) genehmigt, auf Basis der fachbehördlichen Prüfung/Freigabe durch das NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft,
Küsten- und Naturschutz).

Entscheidend für die Freigabe durch das NLWKN ist die dort durchgeführte Prüfung, dass die Sole zu keiner Beeinträchtigung der biologischen Wasserqualität der Jade führt. Zwar führt die Einleitung der Sole im unmittelbaren Nahbereich der Einleitstelle zu einer erhöhten Salzkonzentration,
allerdings ist wegen der hohen Strömungsgeschwindigkeit des Jadewassers und der damit sehr schnellen und intensiven Vermischung schon in geringer Entfernung von der Einleitstelle keine wesentliche Erhöhung des Salzgehaltes mehr messbar.

Auswirkungen der Kavernenentwicklung auf die Umwelt

Auswirkungen der Kavernenentwicklung auf die Umwelt

Wird die Lebensqualität im Kavernenumfeld durch die langen Bauzeiten beeinträchtigt?

Die Bauaktivitäten sind örtlich und zeitlich begrenzt und mit Beeinträchtigung durch Bau- und Bohrbetrieb sowie Lastwagenverkehr verbunden.

Zur Reduzierung dieser Störungen (Lärm, Licht, Staub) sind organisatorische Maßnahmen getroffen worden, wie z.B. Lärmschutzmaßnahmen, Regelung des Baustellenverkehrs über ausgewiesene Straßen außerhalb der Ortsbereiche, Einrichtung von Tempolimits sowie Reinigungs- und Kontrollmaßnahmen.

Wie sieht es mit der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch die zentralen Betriebsanlagen aus?

Um den bestehenden Hauptbetriebsplatz der IVG und das Etzel Gas-Lager herum entstehen neue Gasstationen unserer Partnerunternehmen, d.h. Betriebsflächen mit Gebäuden und Anlagen zum Ein- und Auslagern von Erdgas.

Hier planen wir zusammen mit den Partnern, den zuständigen Behörden und Landschaftsplanern, wie eine optische Beeinträchtigung durch Architektur und Anpflanzungen vermindert werden kann.

Im Übrigen bestehen im Zusammenhang mit der Ausbauplanung umfangreiche behördliche Verpflichtungen, Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen am Standort Etzel durchzuführen. Hierfür hat IVG rd. 80 ha Ausgleichsflächen erworben.

Die landschaftspflegerischen Maßnahmen werden bereits Zug um Zug umgesetzt.

Wie sind die regionalen Institutionen und Interessengruppen in die Weiterentwicklung des Standorts eingebunden?

Am 29.11.2010 hat sich im Gasthaus Wilken in Etzel der Kavernenbeirat der IVG zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengefunden. Eingeladen dazu hatte die IVG Caverns GmbH, die das Gremium organisatorisch unterstützt.

Mitglieder des Beirats sind Vertreter des Landkreises Wittmund, der Gemeinde Friedeburg, der Kavernengemeinschaft, der örtlichen Bürgerinititive sowie der IVG und den Betreibern am Standort Etzel. Die Initiative zur Gründung ging vom Landrat des Landkreis Wittmund, Herrn Matthias Köring, aus.

Grundidee des Gremiums ist es, eine Informationsplattform zu schaffen, die transparent und in konstruktiver Weise zu einer offenen und direkten Zusammenarbeit beiträgt. Der Kavernenbeirat widmet sich in jeder Arbeitssitzung einem Hauptthema.

Bisherige Themen der Beiratssitzungen waren:

20.01.2011    Senkungsprognose
18.03.2011    Beweissicherung
24.06.2011    Notfallkonzept am Standort Etzel
14.10.2011    Kompensations- und Ausgleichsmaßnahmen

Der Kavernenbeirat soll den Repräsentanten der beteiligten Interessengruppen und lokalen Institutionen ermöglichen, Anregungen und Bedenken einzubringen und zusammen mit den Fachleuten der IVG konstruktive Lösungen zu entwickeln, um Beeinträchtigungen der Bevölkerung durch die verstärkte Bautätigkeit so weit wie möglich einzuschränken.

 

Seit wann wird eine Höhenüberwachung der Tagesoberfläche am Standort Etzel durchgeführt?

Noch vor Beginn der Aussolung der ersten Kavernen der Kavernenanlage Etzel in 1974 wurde mit der Überwachung der Tagesoberfläche auf Höhenänderungen begonnen, um Auswirkungen aus dem Bau und Betrieb der Kavernen auf die Tagesoberfläche zu erfassen.

Neben der Größe der Höhenänderungen interessiert dabei auch die Ausdehnung des Einflussbereichs, der durch die Senkungsnulllinie, ab der keine Höhenänderung feststellbar ist, begrenzt wird. Hierzu wird jährlich durch einen unabhängigen Sachverständigen in einem Festpunktnetz ein sogenanntes Präzisionsnivellement durchgeführt.

Das Festpunktnetz der Höhenüberwachung am Standort Etzel in Kürze:

Anzahl der Messpunkte (2010): > 850
Überwachte Fläche: ca. 110 km²
Gesamtstrecke: > 270 km
Genauigkeit: 0,5 mm/km
Überwachung seit: 1973
Messzyklus: 1 x jährlich
Dauer der Messung: ca. 10 Tage am Stück

Welche Senkungen haben sich bis 2010 durch den Kavernenbau an der Oberfläche ergeben?

Die Auswertung der Messungen der jährlichen Höhenüberwachung hat im Jahr 2010 ergeben, dass sich in den vergangenen 35 Jahren eine Bodensenkung von 26 Zentimetern an der tiefsten Stelle der Senkungsmulde gebildet hat (vgl. Abb.).

 

 

  • Infobox in Etzel

    Kavernen-Informationszentrum
    Etzel

    Beim Postweg 2
    26446 Friedeburg
    Tel. +49 (0) 4465 977 93 39
    Fax +49 (0) 4465 978 80-90
    infozentrum-etzel@ivg.de 

  • Zukunft aktiv mitgestalten

     

    Informationen zur Leitbildentwicklung "Kulturlandschaft Etzel" finden Sie hier: www.kulturlandschaft-etzel.de

  • Bohrturm im Nordfeld

  • Modell einer Ölkaverne