Bonn / Etzel, 22. September 2011
„Ohne Untergrundspeicher ist die von der Bundesregierung angestrebte Energiewende nicht möglich.“ Mit dieser Aussage hat Professor Dr. Ing. Hans-Peter Beck vom Energieforschungszentrum Niedersachsen (EFZN) auf der Festveranstaltung am Freitag, 16. September 2011, zum vierzigjährigen Bestehen des Kavernenbetriebs im Etzel in der ostfriesischen Gemeinde Friedeburg unterstrichen, dass die von der Bundesrepublik vor 40 Jahren eingeleitete Entwicklung großer Untergrundspeicher (Kavernen) im Salzstock von Etzel ein wesentlicher Bestandteil des Übergangs auf erneuerbare Energiequellen ist.
Ohne große Speicher sei eine sichere Versorgung mit dem unsteten Wind- oder auch Solarstrom nicht gewährleistet. Tatsächlich sind solche Großspeicher vorhanden. Anfang der siebziger Jahre, kurz vor der ersten Ölkrise, hat die Bundesrepublik die IVG, damals ein Staatsunternehmen, beauftragt, Kavernen für die bundesdeutsche Erdölbevorratung im Salzstock von Etzel einzurichten. Die heute überwiegend mit Erdgas gefüllten Kavernen, die in einer Tiefe von etwa 1 Kilometer unter der Erdoberfläche beginnen, eignen sich ideal auch als Speicher für überschüssigen Strom aus den Offshore- Windparks in der Nordsee, sagte Professor Dr. Beck. Der Strom könne durch Elektrolyseverfahren in Wasserstoff oder auch in Methangas umgewandelt und direkt in den Kavernen gespeichert werden.
Zahlreiche Gäste hatten sich zur Festveranstaltung eingefunden, darunter die Bundestagsabgeordneten Karin Evers-Meyer und Hans-Werner Kammer, der Landrat des Landkreis Wittmund, Matthias Köring, und die Friedeburger Bürgermeisterin Karin Emmelmann. Das Kavernenfeld mit 52 bestehenden und weiteren noch zu errichtenden Kavernen im Salzstock von Etzel erinnert an ein „Energy Valley“, sagte der Wittmunder Landrat Matthias Köring. "Seit 40 Jahren ist die IVG Partner der Region und mit ihren Investitionen buchstäblich im ostfriesischem Boden verankert". In der wirtschaftlich einst vernachlässigten Region zwischen Emden
und Wilhelmshaven investiert allein die IVG rund
100 Millionen Euro jährlich, betonte IVG Vorstand
Professor Dr. Wolfgang Schäfers weiter.
Zum 40-jährigen Jubiläum des Kavernenbetriebs hatten am vergangenen Samstag, 17. September 2011, weit über 5.000 Menschen die Gelegenheit wahrgenommen, sich in Etzel an einem „Tag der offenen Tür“ über die Perspektiven einer der größten Kavernenanlagen der Welt zu informieren. Die Kavernen sind direkt an das europäische Pipelinenetz angeschlossen. Zahlreiche bekannte Energiekonzerne aus dem In- und Ausland haben die Kavernen langfristig für die Einlagerung vor allem von Erdgas gemietet. Die mit Nordseewasser ausgespülten Hohlräume (300 bis 500 Meter hoch
und bis zu 70 Meter breit) haben ein Fassungsvermögen
von bis zu zwei Supertankern. Oberirdische Anlagen
dieser Größe wären aus Sicherheits- und Umweltaspekten nicht realisierbar.
Die IVG Immobilien AG zählt zu den großen Immobiliengesellschaften in Europa. Das Unternehmen verwaltet an 19 Standorten mit rund 580 Mitarbeitern (FTE) Assets in Höhe von rund 22 Mrd. Euro. Über ihr
Niederlassungsnetzwerk in deutschen und europäischen Metropolen betreut die IVG unter anderem Büroimmobilien im eigenen Bestand mit einem Marktwert von 4,1 Mrd. Euro. In Norddeutschland baut und betreibt sie zudem unterirdische
Kavernen zur Lagerung von Öl und Gas. Im Fondssegment ist IVG Marktführer bei Immobilienspezialfonds für institutionelle Anleger. Zusammen mit den geschlossenen Immobilienfonds für Privatanleger managt die IVG Fonds und Mandate mit einem Volumen von 15,4 Mrd. Euro.
Kerngeschäft der IVG Caverns GmbH ist die Errichtung von unterirdischen Kavernen zur Lagerung von Öl und
Erdgas sowie deren Betrieb und Vermietung am Standort Etzel bei Wilhelmshaven.